Mein Weg nach Santiago mit dem Bus

 
Bericht
 
 

Juni   2009

Im Dezember schrieb ich über Los Molles. Der Traum mit der kleinen Cabaña ist vorerst ausgeträumt. Ich konnte mich mit Don Giorgio – meinem Vater - nicht einigen.
Ich baute ihm sogar eine Homepage:
www.piratasuizo.cl  hier könnt ihr mehr über "El pirata suizo" erfahren .

Ich werde mir hier in Chile ein anderes Standbein erarbeiten und bin deshalb viel mit dem Bus unterwegs.
Mein Weg nach Santiago am Morgen früh verläuft praktisch immer ähnlich ab. Es gibt hier in Talagante nur eine Möglichkeit ohne Privatauto nach Santiago zu fahren, nämlich mit dem Bus. Die Bustransporte sind gut organisiert, aber trotzdem für Ausländer gewöhnungsbedürftig.

 

alter Bus
 
Zahlen im Bus

Alter Bus / Mann mit Mehlsack
 

Billette-Ausgabe beim Buschauffeur

 

Die Busse kommen und du hast zu entscheiden, ob du ihn anhalten willst  oder nicht. Arm rauf und er bremst mit quietschenden Bremsen. Die Beschriftungen sind in allen Farben und auch Variationen, direkt mit Kreide auf  die Windschutzscheibe geschrieben oder mit Tafeln hinter der Scheibe.
Wenn du Glück hast, hält der Bus an, deshalb bedankt man sich immer beim Einsteigen, und ist freundlich mit den Buschauffeuren. man zahlt direkt und um den Buschauffeur nicht verrückt zu machen, abgezählt. Bezahlt wird oftmals durch eine Gittertür hindurch. Es gibt Busstationen, aber nicht so wie bei uns, keine Billetautomaten  und schon gar keine Zeit oder Richtungsangaben. Das heisst im Klartext: Man muss sich durchfragen. bei den Einheimischen.
Also am Morgen um 7:00 hier in Talagante sind alle Berufstätigen im Bus und jeder Bus ist voll. Es ist schon ein Abenteuer diese 45 km von Talagante nach  Santiago zu reisen und halb verschlafen das morgendliche Erwachen in Santiago zu erleben.


In der Morgendämmerung in Santiago im Bus

Strassenstimmung in blau


Kaum bist du mit dem ersten Fuss im Bus ist er schon am Abfahren ( Zeit ist Geld ). Die Fahrweise ist so stürmisch, dass du ruckartig herumwirbelst falls du nicht alle deine Muskeln anspannst und mit dem ganzen Körper mithilfst dich zu sichern an Stangen und  Sitzen,  um nicht umzufallen. Jeder versucht so schnell wie möglich einen Sitz zu ergattern.

Wenn du diese Möglichkeit nicht hast sofort einen geeigneten sicheren  Platz zu finden, musst du dich mit allen vier " Pfoten " absichern . Ja nicht  vergessen: in Chile wird  immer mal wieder geklaut, also zu all den  Faktoren kommt noch dazu " sichere deine Sachen vor Diebstahl ". Am Besten trägt man seine Sachen auf sich ohne weiteren Ballast, aber Frauen haben ja diesbezüglich immer welche Tragtaschen / Rucksäcke und kleine Taschen bei sich.

Die Ausstattungen der Busse sind auch in einem ganz anderen " Stil "  als in der Schweiz, zum Teil recht schmutzig. Bei Regen kann es vorkommen, dass das Wasser von unten herein spritzt, manchmal kannst du sogar die Strasse sehen! Das Ganze macht zudem einen ohrenbetäubenden Lärm, die Motoren sind  laut, aber was ich festgestellt habe, die Bremsen sind super! Wenn ein wartender Fahrgast an der Strasse winkt, wird bei sehr hohen Tempos volle Pulle  abgebremst. Klar, die Fahrgäste haben sich irgendwie zu sichern und zu halten im Bus, so gut wie es eben möglich ist.
Für mich ist es ein Muskel- und Sinnes-Training. Durchgeschüttelt und  hellwach kommst du schon leicht gereizt in Santiago an.
In Santiago ist alles für uns "Basler" extrem gross und weitläufig. Mit der Zeit erhält man die nötige Routine und findet sich gut zurecht.

Von der 
Metro erzähle ich euch ein anderes Mal .......

Nathalie


Impressionen aus dem Bus-Bahnhof in Santiago de Chile

 

Anschrift am Bahnhof

 

Abfahrt Bushalle in Santiago


moderner Bus für Langstrecken   Schalterhalle für Busse in Santiago
Moderner Bus
 
Schalter für Busstation
schlafendes Kind
 
Gitter im Bus


Reisen macht müde

 

 

Ein Blick durch Gitter

Information für Fahrgäste


Auch in Chile braucht es gültige Ausweise!

 

Kiosk

Kiosk im Bahnhof von Santiago
Es ist alles ein bisschen bunter, schräger und voller chilenischem Charme

 


 
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